Meilenwerk


Standpunkt: Eile mit Weile - mehr Zeit für die Zeit!

28.12.2011

Einsichten zur Jahreswende. Mit dieser Erkenntnis stehen wir nicht alleine da: Zeit ist eine relative Sache. Insbesondere zum Jahresende wirkt es, als nehme die Zeit noch einmal richtig Fahrt auf. Spätestens nach Weihnachten scheinen die Tage schneller denn je dahin zu rennen. Dabei brauchen wir doch gerade jetzt Entschleunigung. Können wir haben: mit einem klassischen Automobil beispielsweise. Eine besondere Empfehlung zur Jahreswende.

Meilenwerk News Bild Mercedes-Benz 280 SE Cabriolet

Die Zeit rast. Was lässt uns heute noch innehalten - abgesehen einmal von einer Autopanne? Liegt das Wohl tatsächlich in immer währender Beschleunigung? Nein, ein „schnell, schneller, am schnellsten“ ist nicht die Lösung, sondern eher Teil des Problems. Tatsächlich sind wir mittlerweile beinahe überall von Zeitgauklern umgeben. Gemeint sind die kleinen elektronischen Assistenten und Fisimatenten, die in schickem Gewand den allgefälligen Helfer geben. Uns im Regelfall aber nur noch mehr unter Druck setzen. Weil sie uns der Illusion ausliefern Zeit managen zu müssen, mehr noch: Zeit managen zu können. Dabei ist Zeit einfach nur. Sie ereignet sich. Nach ihren ureigenen Gesetzen. Und die sind so alt, wie die Zeit selbst. Zeigen Sie uns jemandem, dem es gelingt, mit Turbolader, Blackberry oder iPhone der Zeit zu entfliehen. Sie werden ihn nicht finden.

Die Gleichung kann einfach nicht aufgehen. Sie fragen warum? Nun, wir erhöhen nur die möglichen Fehlerquellen. Und eliminieren die letzten Zeitpuffer. So gelangen wir notwendigerweise ständig an unsere Grenzen. Schlimmer noch: Kommt das enge Termingerüst ins Wanken, reagieren wir ganz schnell mit „professionellem Zeitmanagement“. Es wird gecancelt, umdisponiert, neu terminiert. Selbstbestimmte Terminhoheit? Von wegen: wir sind letztlich fremd gesteuert. Von seelenloser Technik gelenkt. Und von Zufällen abhängig. Eine bittere Erkenntnis. Grausam.
Das Problem ist dabei leicht umrissen. Es geht um folgendes: bei aller Beschleunigung ist uns das Verständnis für Zeit und der richtige Umgang mit ihr abhanden gekommen. Wie bereits festgestellt: Zeit passiert einfach. Und erst wer Anspannung und Entspannung, wer Beschleunigung und Entschleunigung bewusst erlebt, gewinnt das Verständnis für Zeit und Tempo zurück. Übertragen auf das tägliche Dilemma: Es braucht Unterbrechungen des Alltagstrotts. Gezielt gesetzte Pausen. Und Rituale, die uns wieder einbremsen. Solche kleinen Zäsuren, die gezielt das Tempo nehmen, um Kraft zu tanken und neu ansetzen zu können, helfen uns tatsächlich, das Bewusstsein für die Dimension Zeit zurück zu gewinnen. Doch eine Hürde gibt es dabei noch. Sie ist hoch. Es ist der menschliche Wille. Er ist zumeist schwach und verfällt allzu leicht seinen Gewohnheiten.

Wir müssen ihn daher austricksen. Das funktioniert am besten mit einer angenehmen Sache. Zum Beispiel - mit einem klassischen Automobil! Denn ein Jahrzehnte altes Automobil ist ein hervorragendes Instrument, um Entschleunigung bewusst zu erfahren. Dabei gilt: je weniger PS, umso besser. Der Fahrfreude tut das keinen Abbruch. In einem klassischen Mini ist man mit 63 PS immer noch flott unterwegs und bewusster dazu. Wenn Sie sich nicht in das enge Cockpit zwängen wollen, greifen Sie alternativ zu einem Mercedes-Benz Cabriolet oder Coupé der Baureihe W111. Oder ganz bodenständig zu einer Ponton-Limousine. Einem etwas verwegenen BMW-Coupé aus den siebziger Jahren. Schnappen Sie sich einen vollmechanischen Geländewagen von den britischen Inseln oder ganz einfach einen luftgekühlten VW-Käfer. Jede Wette: sie werden staunen. Denn: Oldtimer funktionieren wie Zeitanker. Ihre bloße Mechanik setzt der Raserei ganz automatisch Grenzen. Und dennoch empfinden wir uns nicht als fremd gesteuert, denn wir sitzen ja schließlich noch selbst am Steuer und fühlen uns als Herr der Lage. Gas geben ist ein akustischer Genuss aus Ansaug- und Abgasgeräuschen. Gangwechsel sind eine sorgsam ausgeführte Handlung. Das hör- und spürbare Arbeiten der Mechanik aus Motorraum und Getriebe stimmt uns milde. Die Karosserie nickt und wankt. Fahrphysik und Fortbewegung wird wieder erlebbar. Und plötzlich ist Zeit da, um auch einmal aus dem Seitenfenster zu blicken. Rundumsicht statt Tunnelblick. Das ist es, was wir dieser Tage brauchen. Also bitte: entschleunigen Sie. Mit einem automobilen Klassiker. Sie werden sehen und erleben. Es lohnt sich.

 

 

Bildquelle: Meilenwerk AG
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